Vom Pilotprojekt zur Erfolgsgeschichte: warum sich Tulln an der Donau für eine stadtweite Einführung von Hoplr entscheidet

bild: Tulln an der Donau, Hauptplatz © C.Stadler/Bwag
Gemeinschaftsgefühl ist universell. Das ist die zentrale Erkenntnis aus dem jüngsten Pilotprojekt von Hoplr in Tulln an der Donau, einer mittelgroßen Stadtgemeinde in Niederösterreich.
Während Hoplr in den Benelux-Ländern bereits als etabliertes digitales Nachbarschaftsnetzwerk für lokale Kommunikation und sozialen Zusammenhalt gilt, markierte das Projekt in Tulln an der Donau einen wichtigen Schritt in den österreichischen Markt. Die Ergebnisse sprechen für sich: Das Modell funktioniert auch im kommunalen Kontext Österreichs – verbindend, aktivierend und nachhaltig.
Das Beispiel Tulln an der Donau zeigt exemplarisch, wie österreichische Städte und Gemeinden digitale Nachbarschaftslösungen erfolgreich einsetzen können – angepasst an regionale Strukturen, kommunale Anforderungen, Datenschutzvorgaben und lokale Gemeinschaftskultur.
Tulln an der Donau: eine Stadtgemeinde mit klarer Vision
Tulln an der Donau liegt im Bundesland Niederösterreich und zählt rund 17.000 Einwohner. Die Stadt ist nicht nur für ihre Lage an der Donau und ihre zahlreichen Grünräume bekannt, sondern auch für ihren strategischen Fokus auf gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als sogenannte „Gartenstadt“ verbindet Tulln hohe Lebensqualität mit einer aktiven kommunalen Verwaltung.
Unter dem Motto „Stadt des Miteinanders“ setzt die Politik seit Jahren stark auf den lokalen Gemeinschaftsaufbau. Man strebt nach einer inklusiven Stadt, in der sich die Bewohner gegenseitig unterstützen, kennen und zusammenarbeiten.
Echtes Miteinander erkennt man an einem Klima guter nachbarschaftlicher Beziehungen: Gute Nachbarn ergänzen einander und unterstützen sich gegenseitig. Sie achten aufeinander und erkennen deshalb, wenn es dem anderen gerade einmal nicht so gut geht. Dann fragen sie nach, hören zu und sehen, ob sie etwas tun oder helfen können.
Vision der Initiative „Stadt des Miteinanders“
Im Rahmen dieser ambitionierten Vision „Stadt des Miteinanders“ hat Tulln in den letzten Jahren bereits intensiv mit verschiedenen digitalen Kanälen experimentiert, darunter Facebook, WhatsApp und lokale Initiativen wie FragNebenan. Obwohl diese Plattformen eine gewisse Reichweite generierten, stieß die Gemeinde an strukturelle Grenzen, die weiteres Wachstum behinderten.
Die Erfahrungen aus früheren Pilotprojekten brachten einige klare Engpässe ans Licht:
- Fragmentierung und Blasen: Die Interaktion blieb oft auf kleine, geschlossene Kreise beschränkt („Man kennt sich“) oder verwässerte in großen, unpersönlichen Gruppen.
- Mangelnde Tiefe: Es erwies sich als schwierig, über flüchtige soziale Medien einen sinnvollen Dialog zu führen, sowohl zwischen den Bewohnern selbst als auch zwischen Bürgern und Stadtverwaltung.
- Kommerzielle Kommunikation: Lokale Plattformen wurden oft eher zu einem lokalen Werbekanal als zu Orten des Austauschs, an dem sich Nachbarn beraten, Fragen stellen und Austausch organisieren können.
- Datenschutzbedenken und Vertrauensfrage: Parallel dazu wurde der Wunsch der Bürger zunehmend lauter, private Anliegen, nachbarschaftliche Themen und lokale Kommunikation nicht über US-amerikanische Plattformen abzuwickeln. Sowohl Bürger als auch Verwaltungen äußerten verstärkt den Bedarf nach europäischen Plattformen mit Serverstandorten in Europa, die strengeren Datenschutzrichtlinien unterliegen, nicht datengetrieben arbeiten und als vertrauenswürdige Alternative für sensible, lokale Kommunikation wahrgenommen werden.
Die Entscheidung für Hoplr war daher ein bewusster strategischer Schritt, um diese spezifischen Schmerzpunkte anzugehen. Die Gemeinde suchte eine unabhängige, sichere und europäische Alternative. Eine Plattform, die Fragmentierung überwindet, indem sie Nachbarn geografisch verbindet, und eine werbefreie Umgebung bietet, in der das Vertrauen zueinander und zur lokalen Verwaltung im Mittelpunkt steht.
Hoplr hat sich als sehr taugliches Instrument erwiesen, das eine Lücke füllt: Es ist eine sichere und geschlossene Plattform für unsere Bürgerinnen und Bürger. Damit können wir das Miteinander fördern und so eine steuernde Wirkung zum Wohle der Gemeinschaft erzielen.
Bürgermeister Peter Eisenschenk
Der Test: Benutzerfreundlichkeit für die Verwaltung
Für die Gemeinde war es entscheidend, dass die Plattform nicht nur Bürger verbindet, sondern auch effizient von der Verwaltung eingesetzt werden kann. Während eines zweimonatigen Pilotprojekts testete die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Tulln an der Donau das Hoplr-Dashboard und alle Funktionalitäten ausführlich.
Das Feedback aus der Verwaltung war eindeutig. Die Plattform wurde als benutzerfreundlich und einfach zu bedienen wahrgenommen. Besonders die Werkzeuge für gezielte Kommunikation mit einzelnen Nachbarschaften wurden als sehr wertvoll eingestuft – insbesondere für eine Gemeinde, die stark auf Bürgerbeteiligung setzt.
Aus kommunikativer Sicht ist es sehr hilfreich, Informationen zielgerichtet an bestimmte Nachbarschaften ausspielen zu können – etwa zu lokalen Straßensperren – und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, alle anzusprechen, etwa bei einer Veranstaltungseinladung.
Julia Schwanzer, Öffentlichkeitsarbeit Stadtgemeinde Tulln
Das Pilotprojekt bestätigte, dass sich Hoplr nahtlos und ohne große Lernkurven in den Arbeitsalltag einer Verwaltung außerhalb der Benelux-Länder integrieren lässt.
Phase 1: das Pilotprojekt in einem Stadtviertel
Technische Werkzeuge sind das eine, aber nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner sie auch an? Um dies zu testen, wurde Hoplr in einem bestimmten Stadtteil von Tulln gestartet. Die Ansprache dieser Haushalte war bewusst persönlich gehaltet und zielte darauf ab, frühzeitig Vertrauen aufzubauen und zur aktiven Nutzung der Plattform einzuladen. Die Resonanz übertraf die Erwartungen deutlich.
Es war uns wichtig, das Miteinander gleich beim Start der App in den Vordergrund zu stellen. Daher haben wir uns entschieden, alle Bürgerinnen und Bürger mit einem persönlichen Brief des Bürgermeisters zur Nutzung der App zu motivieren – mit großem Erfolg.
Stefanie Jirgal, operative Leiterin der Initiative „Stadt des Miteinanders
Die Ergebnisse sprechen für sich:
- Registrierungen im Pilotprojekt 2025: Mehr als 300 Haushalte registrierten sich in Tulln Südwest. Laut Pilotevaluation entsprach dies 22 % der Haushalte in der Pilotnachbarschaft, nicht in der gesamten Stadt.
- Beiträge während des Pilotprojekts: Die Evaluation berichtete, dass 60 % der Nutzer aktiv beitrugen, etwa durch einen Beitrag, Kommentar, Chat oder eine Veranstaltung. Dies misst Beiträge innerhalb des Pilotprojekts, keine stadtweite Reichweite.
Diese Kennzahlen liegen deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer kommunaler Digitalprojekte in Österreich.
Die Stimme der Bürger: Sicherheit und Verbindung zuerst
Die veröffentlichte Pilotevaluation berichtet eine durchschnittliche Weiterempfehlungsbewertung von 8,4 von 10 Punkten. Gefragt wurde: „Würdest du Hoplr auch für andere Stadtviertel Tullns weiterempfehlen?“ Die Skala reichte von 0 bis 10. In der Grafik der ursprünglichen Fallstudie vergaben gerundet 85 % 7 bis 10 Punkte. Die endgültige Stichprobengröße, Antwortzahlen je Frage und Erhebungsdaten werden nicht genannt. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Befragten, nicht auf alle Einwohner.

Die Bewohnerinnen und Bewohner schätzen die Plattform nicht nur wegen ihrer Benutzerfreundlichkeit, sondern sehen sie explizit als „vernünftige europäische Alternative“ zu großen kommerziellen Netzwerken. Damit bestätigt sich, dass Hoplrs Werte in Bezug auf Datenschutz und Nachbarschaftsorientierung international auf breite Zustimmung stoßen.
Ich finde es enorm wichtig, dass es diese App gibt! Die Menschen brauchen eine vernünftige, europäische Alternative zu Facebook und Instagram.
Feedback eines Einwohners von Tulln über die Umfrage
In der veröffentlichten Fallstudie gaben 36 % der Befragten der Pilotumfrage an, über Hoplr Kontakt zu zuvor unbekannten Nachbarn geknüpft zu haben. Das ist eine selbstberichtete Erfahrung, keine Zählung aller Nutzer oder persönlicher Begegnungen. Ein Einwohner beschrieb die App in der Umfrage als:
Ein Geschenk, das Tulln zu einer noch lebenswerteren Stadt macht.
Feedback eines Einwohners von Tulln über die Umfrage
Die Antworten geben Einblick in die Erfahrungen der Teilnehmenden. Für sich genommen belegen sie nicht, dass Hoplr den sozialen Zusammenhalt in der gesamten Stadt erhöht hat.
Phase 2: Skalierung zu einem stadtweiten Erfolg
Nach dem Pilotprojekt 2025 entschied sich Tulln für eine stadtweite Einführung 2026. Die folgenden Registrierungszahlen beschreiben die erste Phase dieser Erweiterung, wie in dieser Fallstudie berichtet:
- Erste Phase der stadtweiten Einführung 2026: Die Fallstudie berichtet von mehr als 1.600 registrierten Haushalten innerhalb von etwa zwei Wochen, also 22 % der Haushalte in ganz Tulln. Dies ist eine andere geografische Grundgesamtheit als die Pilotnachbarschaft.

Die Stadt nutzt Hoplr, um einzelne Nachbarschaften oder die gesamte Gemeinde zu informieren. Registrierungen, Nachrichtenaufrufe und eindeutige Leser sind unterschiedliche Kennzahlen und erfordern einen festgelegten Messzeitraum.
Eine mehrschichtige Werbestrategie
Der Erfolg in Tulln an der Donau ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer durchdachten Kommunikationsstrategie. Um die Einwohner zu informieren, setzte die Gemeinde auf einen breiten Mix an Kanälen:
- Lokale Verankerung: Veröffentlichungen in der Stadtzeitung und Artikel auf der offiziellen Website.
- Presseaufmerksamkeit: Berichterstattung in diversen lokalen und regionalen Zeitungen.
- Der persönliche ‚Finishing Touch‘: Als Abschluss erhielt jede Familie in der Gemeinde einen persönlichen Einladungsbrief in den Briefkasten. Dieser physische Brief bleibt ein bewährter Katalysator, um die Einwohner vom Briefkasten in die digitale Nachbarschaft zu führen.
Hoplr: ein bewährtes und skalierbares Modell für jede Stadt oder Gemeinde
Das Pilotprojekt in Tulln an der Donau beweist, dass das Hoplr-Modell skalierbar und international relevant ist. Ob in Belgien, den Niederlanden oder Österreich: Menschen haben ein Bedürfnis nach Verbindung in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld.
Für Stadtverwaltungen in Niederösterreich sowie in anderen österreichischen Bundesländern bietet das Beispiel Tulln an der Donau eine praxiserprobte und übertragbare Blaupause für digitale Nachbarschaftskommunikation im kommunalen Kontext – und zeigt zugleich, wie Hoplr bereit ist, Städte und Gemeinden in weiteren europäischen Regionen bei der nachhaltigen Stärkung sozialer, fürsorglicher und sicherer Nachbarschaften zu unterstützen.
Häufig gestellte Fragen
Warum begann Tulln mit einem Pilotprojekt in einer Nachbarschaft?
Die Gemeinde wollte zunächst Erfahrungen von Einwohnern und Verwaltung sammeln, bevor sie über eine breitere Einführung entschied.
Was wurde im Pilotprojekt ausgewertet?
Der Bericht behandelt Anmeldungen, aktive Nutzung, wiederkehrende Besuche und die Erfahrungen der Beteiligten.
Wie unterstützte Tulln die stadtweite Einführung?
Die Kommunikation verband lokale Pressearbeit, sichtbare Werbung im Stadtgebiet und persönliche Einladungsbriefe an Haushalte.
Sind die Ergebnisse auf andere Städte übertragbar?
Die Vorgehensweise kann Anregungen bieten. Gleiche Ergebnisse sind jedoch nicht garantiert und hängen vom lokalen Kontext und der Begleitung ab.
Diesen Artikel teilen